05.04.2019: Jahreshauptversammlung IVI-Wustweiler 19:00 Uhr Alt School, Wustweiler


Horst Mosebach
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Varroawetter

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Die große Politik reagiert nun auch auf die vielgestaltige Bedrohungslage für blütenbesuchende Insekten und die massive Gefährdung der biologischen Vielfalt.

Beim internationalen Insektenschutzsymposium in Stuttgart haben Forscher einen Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben vorgestellt.

Der starke Rückgang von Insekten in Mitteleuropa erreicht Ausmaße mit unabsehbaren Folgen für Ökologie und Ökonomie, warnen Insektenforscher. Wenn es keinen Lebensraum mehr für Wildbienen, Hummeln oder Schmetterlinge gibt, werden Nutzpflanzen nicht mehr ausreichend bestäubt.

Nach einem Symposium am Freitag (19.10.) von der Universität Hohenheim und dem Naturkundemuseum Stuttgart haben jetzt rund 150 europäische Forscher neun Forderungen an die Politik präsentiert. "Der dramatische Rückgang der Insekten zeichnet sich bereits seit Jahrzehnten ab und wird unabsehbare ökonomische und ökologische Folgen haben, wenn wir alle nicht endlich handeln", warnte Dr. Lars Krogmann vom Naturkundemuseum.

Neun-Punkte-Plan für die Politik

Ganz oben auf der Agenda der Wissenschaftler steht die Einschränkung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Neonikotinoide, die für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht werden, und Totalherbizide sollten verboten werden. Das Insektensterben sei "eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts".

Die Teilnehmer raten außerdem zu insektenfreundlicheren Grünflächen und Naturschutzgebieten, um dort die Artenvielfalt zu erhöhen. Die Behörden müssten dafür mit mehr Geld ausgestattet werden. Bei der Straßenbeleuchtung sollten nur noch LED-Lampen verwendet werden, die für Insekten weniger attraktiv seien.

Auch Privatgärtner sind gefragt

EU-Agrarsubventionen müssen nach Ansicht der Experten an ökologische Leistungen der Landwirte gekoppelt werden. Außerdem brauche es eine Forschungs- und Bildungsoffensive in Deutschland, da die Artenkenntnisse der Menschen im Land gering seien. Auch Privatgärten ließen sich insektenfreundlicher gestalten.

Der Neun-Punkte-Plan geht den Angaben zufolge in den nächsten Woche an die Agrar-, Umwelt- und Bildungsministerien des Bundes und der Länder.

Insekten in Deutschland

Rund 70 Prozent der in Deutschland lebenden Tierarten sind Insekten. Als Hauptursache für Insektensterben gilt der Verlust von Lebensräumen und Nahrungsgrundlagen, etwa durch intensive Landwirtschaft und Bebauung.

Laut einer dpa-Meldung vom 10. dieses Monats will das Umweltministerium in einem Aktionsprogramm Insektenschutz 100 Millionen Euro für Insekten ausgeben.

Das Umweltministerium will 100 Millionen Eu-ro für Insekten ausgeben. (Quelle: Holger Hollemann/dpa)

Das Insektensterben bedrohe Umwelt und Wirtschaft, sagt Umweltministerin Svenja Schulze. Heute stellt sie ein millionenschweres 

Programm zum Insektenschutz vor. Auch Pflanzenschutzmittel sollen verboten werden.

Das Umweltministerium will laut einem Medienbericht den Insektenschutz in Deutschland und Europa mit 100 Millionen Euro fördern. Die eine Hälfte soll demnach ab 2020 über ein gemeinsames Förderprogramm von Bund und Ländern verteilt werden, die andere soll der Bund tragen. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf den Entwurf für das "Aktionsprogramm Insektenschutz". Von dem Geld sollten 25 Millionen Euro zusätzlich in Forschung und Monitoring fließen.

Das Programm, das Ministerin Svenja Schulze (SPD) am Mittwoch in Berlin vorstellen will, bedarf noch der Zustimmung des Kabinetts. Es basiert auf den Eckpunkten der Regierung zum Insektenschutz und enthält eine Reihe von Maßnahmen, mit denen das Ministerium dem Insektensterben entgegenwirken will. So solle die Düngung von Ackerstreifen, die an wichtige Insektenlebensräume grenzen, verboten werden. In ökologisch besonders schutzbedürftigen Bereichen will das Ministerium dem Bericht zufolge Pflanzenschutzmittel verbieten. Glyphosat soll nur noch zum Einsatz kommen, "wo und soweit dies absolut nicht anders geht".

"Das Insektensterben zu stoppen, ist eine der zentralen politischen Aufgaben unserer Zeit", sagte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) den Funke-Zeitungen. Wenn man dem nicht Einhalt gebiete, seien Landwirtschaft, Vogelwelt, Ökosysteme und Wirtschaft in Gefahr.

Problem für Umwelt und Wirtschaft

Jedes Jahr überleben viele Bienenvölker den Winter nicht. Das Insektensterben kann zu einem großen Problem für Umwelt und Wirtschaft werden. Tipps, wie Sie den einheimischen Bienen helfen können. Zwar hängt das Bienensterben auch mit ungünstigen Wetterbedingungen sowie dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zusammen, der Hauptgrund für das Sterben der Bienen im Winter ist jedoch ein anderer.

 

Die Landwirtschaft ist von den Bienen abhängig, die Blüten bestäuben. (Quelle: RugliG/Getty Images)

Grund für das Bienensterben

"Die Kombination von Varroamilben und Viren ist der Hauptgrund für die sogenannten Winterverluste, das heißt, dass die Bienen den Winter nicht überleben", erklärt Prof. Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Instituts für Bienenkunde an der Humboldt Universität Berlin, t-online.de.

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Sobald die Milben das Virus in die Lymphe der Bienenlarven (das "Blut" der Biene) spritzen, erkranken diese und es kommt zu Symptomen wie einem verkürzten Hinterleib und Flügeldeformationen sowie zu einer verkürzten Lebenserwartung. "Auch der Speichel der Milbe scheint das Immunsystem der Biene negativ zu beeinflussen, sodass alles gegen die Biene zusammenarbeitet und zu den dramatischen Folgen führt", sagt der Experte.

Imker bekämpfen Parasiten

Im Kampf gegen die Varroamilbe setzen Imker meist Ameisensäure ein. Diese kann beispielsweise auf ein Schwammtuch aufgetragen werden, das auf dem Bienensitz, also dem "Wohnsitz" des Bienenvolkes, platziert wird. Durch die Dampfkonzentration der Säure werden die in der verdeckelten Brut lebenden Milben getötet. "Wenn das effizient und zur richtigen Zeit gemacht wird, ist das einigermaßen erfolgreich", weiß Bienefeld. Der nachhaltige und bessere Weg ist aber, Bienen zu züchten, die mit der Milbe zurechtkommen.

"Wir züchten Bienen, die die Varroamilben in den verdeckelten Brutzellen erkennen und bemerken, dass sie sich gerade vermehren. Sie öffnen dann die Zelldeckel, reißen die Brut heraus und hindern den Parasiten somit an der Vermehrung. Und ein Parasit, der permanent bei der Vermehrung gestört wird, ist kein gefährlicher Parasit mehr. Wenn die Bienen das dauerhaft machen würden, ist das Problem Varroa gelöst", sagt der Experte.

Der größte Feind der Biene ist die Varroamilbe. (Quelle: imago/Frank Sorge)

So können Sie die Bienen unterstützen

Was der einzelne Mensch tun kann, um den einheimischen Bienen zu helfen, sei ganz einfach, erläutert Bienefeld: "In Deutschland werden pro Jahr ungefähr 100.000 Tonnen Honig verzehrt, aber nur 25.000 Tonnen werden von deutschen Bienenvölkern produziert. Es gibt die Tendenz, dass im Supermarkt nur auf den Preis geschaut wird. Deswegen wird dann eher der Honig gekauft, der meist aus Südamerika oder Asien stammt." "Es wäre eine große Hilfe, wenn Sie den einheimischen Honig, das heißt den Honig beim Imker in der Nähe kaufen. Damit unterstützen Sie die einheimische Imkerschaft und fördern somit die Bienenhaltung", sagt der Experte.

Früher sei es zudem öfter vorgekommen, dass sich Menschen über Imker in der Nachbarschaft beschwert hätten. "Der Nachbar, der Bienen hält, sollte nicht als Störenfried angesehen werden, sondern als jemand, der Tiere hält, die allgemein von sehr großem Nutzen sind." Viele hätten aber mittlerweile erkannt, dass Bienen einen großen Nutzen haben und würden sich freuen, wenn Bienen in der Nähe sind. Darüber hinaus können Sie eine Wasserschale mit essbaren Blüten auf Ihren Balkon stellen. Dies ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet den fleißigen Insekten auch eine ideale Möglichkeit zu trinken. Zusätzlich dienen Kapuzinerkresse, Ringelblumen oder Boretsch als Nahrungsquelle für die Bienen.

Wie wichtig sind Bienen?

Nimmt das Bienensterben weiter zu, sieht der Experte ein Problem: "Nehmen wir einmal an, wir hätten kaum noch Bienen, dann wäre unser Nahrungsangebot deutlich eingeschränkt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Es gäbe deutliche Verluste in der Nahrungsmittelproduktion."

Die Bedeutung der Biene sollte zudem nicht heruntergespielt werden: "Man schätzt, dass über die Bestäubung von Insekten, speziell der Honigbiene, ungefähr 9,5 Prozent des gesamten Ertrages aus

der Lebensmittelproduktion erwirtschaftet wird. Das sind knapp 160 Milliarden Euro weltweit. Bienen spielen eine große Rolle und wenn wir sie nicht hätten, dann hätten die Landwirte nichts zu ernten."

Mit einheimischem Honig unterstützen Sie die Imkerei. (Quelle: natapetro-vich/Getty Images)